2.1 Zur dritten Auflage |
|
Die wichtigste Änderung gegenüber der zweiten Auflage ist die völlige Neugestaltung der Texte zur objektorientierten Modellierung von Verhalten bzw. von Geschäftsprozessen. Aus einem Kapitel wurden acht, in denen die einschlägigen Elemente der objektorientierten Theorie sehr detailliert dargestellt und bezüglich ihrer Tauglichkeit für die Geschäftsprozessmodellierung hinterfragt werden. |
Objektorientierte Modellierung von Verhalten |
Der Grund dafür ist zum einen die gestiegene Bedeutung der objektorientierten Theorieelemente für die Unternehmensmodellierung im allgemeinen und die Geschäftsprozessmodellierung im besonderen. |
|
Zum anderen zeigt sich, dass die vorliegende Literatur zur objektorientierten Theorie zwar auf das Software Engineering sehr gut vorbereitet, aber nur wenig zur Antwort auf die Fragen beiträgt, ob und falls ja, wie, Geschäftsprozesse mit diesem objektorientierten Ansatz modelliert werden können. Auch nicht in den Grundlagen. Einige Autoren zeigen hier sogar ein sehr eingeschränktes Verständnis von Geschäftsprozessen. |
|
Deshalb wird hier in den Kapiteln 10 – 17 der Vorschlag der UML-Autoren (Version 2.0) in vollem Umfang und grundsätzlich dargestellt, wobei aber in jedem Kapitel gleich auch die hier interessierende Frage gestellt wird: Ist das jeweilige Konzept für die Modellierung von Geschäftsprozessen geeignet? |
Geschäftsprozessmodellierung mit der UML? |
Diese Kapitel wollen aber noch mehr. Sie sind so gestaltet, dass sie auch den Zugang zur Originalquelle, zu den Texten der UML-Autoren, erleichtern. Vgl. dazu die Anmerkungen vor Kapitel 9. |
|
Alle übrigen Kapitel wurden durchgesehen, Fehler werden beseitigt und Ergänzungen eingefügt. |
|
Das Kapitel mit der Unternehmensmodellierung der SAP wurde als eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine konkrete Unternehmensmodellierung aussehen kann, im Buch belassen, obwohl es nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. |
|
2.2 Zur zweiten Auflage |
|
Die Diskussion um Geschäftsprozesse, ihre Modellierung und theoretischen Grundlagen hat seit Erscheinen der ersten Auflage noch an Intensität zugenommen. Dies überrascht nicht angesichts der Durchsetzungskraft des Prozessgedankens. Nicht nur bei der Wahrnehmung der Unternehmensrealität - diese geht heute ganz selbstverständlich von Geschäftsprozessen aus - sondern auch bei der Erstellung integrierter Software. Praktisch jedebs Software, die in irgendeiner Weise mit den Abläufen in Unternehmen zu tun hat, ist heute auch prozessorientiert. |
Prozessorientierung |
Die „Methode EPK" hat weitere Akzeptanz erfahren. Sie ist längst von einer Technik zur Beschreibung von Software zu einer Technik der Ist-Analysen, des Business Process Reengineering geworden. In allen Bereichen, auch außerhalb von Industrie und Dienstleistungen. Überall, wo Geschäftsprozesse analysiert werden müssen, sei es wegen der Einführung Betriebswirtschaftlicher Standardsoftware, wegen Geschäftsprozessoptimierungsbedarf oder wegen einer ISO-Zertifizierung. |
Methode EPK |
Und vielleicht erleben wir ja noch, dass die Vertreter der objektorientierten Systemanalyse in einigen Jahren noch deutlicher erkennen, dass Ereignisgesteuerte Prozessketten eine hervorragende Ergänzung ihres Instrumentariums sind, dass damit die Systemumwelt umfassend erfasst werden kann. |
|
Der Vormarsch des Internet ging unaufhaltsam weiter. Von einem Kommunikationsmedium wurde es zu einem umfassenden virtuellen Marktplatz und - natürlich - zu einem Kulturmedium, zu einem Medium gesellschaftlicher Interaktion. |
Von Intra zu Inter |
Dabei zeigen aktuelle Zahlen (April 2001), dass im Bereich des B2B (Business to Business) deutlich mehr Umsätze gemacht werden, als in den anderen (z.B. B2C). Wie erwartet, erweist sich die durch das Internet verbesserte Abwicklung von Geschäftsprozessen über Unternehmensgrenzen hinweg als Erfolgsfaktor und die dafür erstellte Software als umsatzträchtig. |
|
Der Bedarf an Geschäftsprozessanalysen hat damit noch zugenommen. Jetzt geht es verstärkt um die Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen. Die Folgerung allerdings, die ausgesprochen oder unausgesprochen viele ziehen, dadurch würde das Thema Optimierung der internen Geschäftsprozesse weniger wichtig, ist falsch. |
|
Gegenüber der ersten Auflage wurden alle Kapitel überarbeitet, die Texte und die Grafiken. Das einführende Kapitel zu Ereignisgesteuerten Prozessketten wurde umgestellt, sodass es hoffentlich den Zugang zu dieser Beschreibungsmethode noch mehr vereinfacht. Außerdem wurden weitere Beispiele zu Ereignisgesteuerten Prozessketten integriert. |
Was ist verändert? |
Neu aufgenommen wurde ein Kapitel zur objektorientierte Geschäftsprozessmodellierung mit der UML (mit einer Einführung in den objektorientierten Ansatz). Es soll deutlich machen, wie weit die Urheber der UML ihrem Anspruch, auch Geschäftsprozesse zu modellieren, bereits nachkommen. |
Geschäftsprozessmodellierung mit der UML |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |