10.1 Wiederholung

In realen Geschäftsprozessen müssen oft repetitive (sich wiederholende) Handlungen erledigt werden, wie in der nachfolgenden Ereignisgesteuerten Prozesskette angedeutet.


Abbildung 10.1-1:

Wiederholung wegen Abarbeitung

Diese weisen eine ähnliche Struktur wie Wiederholungsschleifen auf, wenn Sie mithilfe von Ereignisgesteuerten Prozessketten modelliert werden. Im Beispiel oben geht es um die Durchführung einer Erhebung bei Kunden mit Fragebogen, Interviews oder wie auch immer. Die Ereignisgesteuerte Prozesskette setzt ab der Stelle des Geschäftsprozesses ein, wo die Gesamtbefragung vorbereitet ist. Dies stößt die Funktion an, innerhalb der die einzelne Befragung, z.B. des Kunden, durchgeführt wird. Nach jeder Befragung wird geprüft, ob noch weitere Kunden zu befragen sind oder nicht. Sind noch welche zu befragen, erfolgt ein Rücksprung vor die entsprechende Funktion, sodass wieder die Einzelbefragung angestoßen wird. Dies geschieht solange, bis alle Befragungen durchgeführt sind.

Diese Tätigkeiten sind bewusst „detailliert“ angelegt, um das Beispiel einfach zu halten. Die Zahl der Wiederholungen wird durch die Anzahl der Teilaufgaben bestimmt, die Schleife wird abgebrochen, wenn alle erledigt sind.

10.2 Kapseln in eine Funktion

Es soll nicht verschwiegen werden, dass ein solcher Geschäftsprozessabschnitt oft so modelliert wird, dass die sich wiederholende Tätigkeit in eine Funktion genommen wird, wie es die folgende Abbildung zeigt. Damit werden Ereignisgesteuerte Prozessketten natürlich wesentlich einfacher.

Die beiden Beispiele veranschaulichen die Problematik der Festlegung der Tätigkeitsebene, des Detaillierungsgrades. Je höher man ansetzt, desto einfacher aber auch weniger aussagekräftig werden Ereignisgesteuerte Prozessketten. Setzt man sie allerdings zu tief an, der Verfasser sah schon Ereignisgesteuerte Prozessketten auf tayloristischer Ebene, werden sie sehr komplex und am Ende undurchschaubar.


Abbildung 10.2-1:

Verzicht auf Wiederholung durch Wahl einer höheren Ebene

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie viele Tätigkeiten in einer Funktion zusammengefasst werden sollen. Diese Kapselung führt zu einfacheren Strukturen, verdeckt aber auch Abläufe (dazu mehr unten).