5.1 Rahmenbedingungen

Dauer: 90 Minuten

Gesamtpunktzahl: 100. Bestanden bei 50 Punkten.

Hilfsmittel: Keine

Unbenotete Prüfungsleistung: PA

5.2 Weltausschnitt

Es geht um die Produkte eines Verlages, der Wörterbücher (z.B. DeutschàEnglisch), digital oder auch gedruckt, herstellt und verkauft und der seit einiger Zeit auch Übersetzungsprogramme anbietet. Seine Produkte sollen in einer Datenbank verwaltet werden. Einige Attribute sind schon angeführt. Zu erfassen ist folgendes:

  • Alle Wörterbücher und Volltextübersetzer (vgl. unten) mit den Sprachen, die abgedeckt sind (z.B. Deutsch nach Englisch und Englisch nach Deutsch, Deutsch nach Französisch und Französisch nach Deutsch), …). Es ist grundsätzlich möglich, dass ein Wörterbuch auch nur eine Richtung abdeckt.
  • Für jedes gedruckte Wörterbuch wird auch festgehalten, wieviele Einträge es hat (Einträge), für welche Zielgruppe es gedacht ist (Schüler, Studierende, „Anwender“, „Profi-Anwender“, Übersetzer) (Zielgruppe), wann es auf den Markt gebracht wurde (ErschDatum), wieviele Seiten es hat (AnzSeiten).
  • Für jedes digitale Wörterbuch wird auch festgehalten, wann es auf den Markt gebracht wurde (ErschDatum), welche Bezeichnung (SWBez) die aktuelle Software hat (z.B. Professional English 7.0), wieviele Einträge es hat (Einträge) und für welche Zielgruppe es gedacht ist (Schüler, Studierende, „Anwender“, „Profi-Anwender“, Übersetzer) (Zielgruppe).
  • Für jeden „Volltextübersetzer“ (Programm zur automatischen Übersetzung) wird auch festgehalten, welche Sprachen abgedeckt sind, wieviele Einträge das Systemlexikon hat (Einträge), für welche Zielgruppe das Produkt gedacht ist und wann es auf den Markt gebracht wurde. Festgehalten wird außerdem, ob das Systemlexikon durch den Anwender erweiterbar ist (Erweiterbarkeit) und ob man den Käufern anbietet, es durch Internetzugriffe regelmäßig aktualisieren zu lassen. Falls ja, wie lange dies möglich ist (AktJahre), z.B. 5 Jahre ab Kauf. Falls ein Produkt mit der Möglichkeit der Internetaktualisierung nicht mehr angeboten wird, wird dies auch festgehalten (RunterVomMarkt).
  • Die Volltextübersetzer beruhen jeweils auf einem Übersetzungsprogramm. Es kann sein, dass ein Volltextübersetzer mit verschiedenen Programmen angeboten wird (z.B. Zielgruppenspezifisch). Natürlich dient ein Programm u.U. vielen Volltextübersetzern (z.B. Deutsch nach Englisch, Französisch nach Deutsch). Für diese Programme wird festgehalten, welche Dokumentarten (DokArten) sie auswerten können (Word, PDF, Bildformate, usw.) und ob es möglich ist, die Programmleistung in Textprogramme zu integrieren (Integrierbarkeit).
  • Die Programme für die digitalen Wörterbücher werden nicht erfasst.
  • Für die Programme der Volltextübersetzer werden außerdem die Softwarehäuser, die an der Erstellung mitgearbeitet haben, mit ihrer Anschrift (nur die Zentrale) festgehalten. Es wird auch die zentrale E-Mail-Adresse erfasst. Es kommt durchaus vor, dass ein Programm von mehreren Softwarehäusern erstellt wird.
    Festgehalten wird auch, wann die Zusammenarbeit mit dem Softwarehaus bzgl. eines Programmes begann (Beginn) und – gegebenenfalls – wann sie endete (Ende). Diese Angaben sind natürlich i.d.R. je nach Produkt, bei dem zusammengearbeitet wurde, unterschiedlich.

Für alle digitalen Produkte (Wörterbücher/Systemlexikon usw. + Programme) werden außerdem die Systemvoraussetzungen festgehalten. Welche minimale Hardwareanforderung (Hardware) gegeben ist (anhand des Prozessors, z.B. „Pentium IV oder vergleichbar“), wieviel Arbeitsspeicher sie benötigen (ArbSpeich), wieviel freier Plattenspeicher (PlattSpeich) nötig ist (in MB) und welche Betriebssystemversion (BS) genutzt werden kann (Windows XP, Windows 2000, Windows Vista). Dies sind in der Regel mehrere.

Beachten Sie, dass „Adresse“ kein Attribut ist.

5.3 Aufgabe 1

(30 Minuten / 33 Punkte)

Erstellen Sie für obigen Weltausschnitt ein Relationales Datenmodell in BCNF mit allem was dazugehört (Keine FA-Diagramme).

Lösungshinweise

Relationales Datenmodell in textlicher Notation:

PRODUKTE (#ProdNr, Einträge, Zielgruppe, ErschDatum)

PRODUKTE_SPRACHEN (#(ProdNr, Sprachen))

BUCH_WÖBÜ (#ProdNr, AnzSeiten)

DIGITALE_WÖBÜ (#ProdNr, SWBez)

VOLLTEXTÜBERSETZER (#ProdNr, ErweiterbarkeitJN)

VOLLTEXTÜBERSETZER_INT_AKT (#ProdNr, AktJahre, RunterVomMarkt)

PROGRAMME (#ProgID, IntegrierbarkeitJN)

PROGRAMME_DOKUMENTART (#(ProgId, BezDokumentart))

SOFTWAREHÄUSER (#Bez, Ort, PLZ, Straße, E-Mail)

PROG_SH (#(ProgId, SHBez), Beginn, Ende)

DIGITALE_PR (#ProdNr, Hardware, ArbSpeich, PlattSpeich) SysAnford

DIGITALE_PR_BS (#(ProdNr, BS))

Grafische Darstellung:



Zulässige Varianten zu diesem textlichen Datenmodell wurden selbstverständlich akzeptiert.

Zu den Lösungsschritten vgl. RM/Beispielslösungen.

Verteilung der Antworten dieser Frage

Punkte:

14

17

21

23

28

30

32

33

 

X

X

X

X

XXXXX

X

X

XX


Ende Lösungshinweise

5.4 Aufgabe 2

(25 Minuten / 28 Punkte)

Erstellen Sie für obigen Weltausschnitt ein korrektes ER-Modell mit allem was dazugehört.

Lösungshinweis:



Zulässige Varianten zu obigem grafischen Datenmodell wurden selbstverständlich akzeptiert.

Zu den Lösungsschritten vgl. ERM/Beispielslösungen

Verteilung der Antworten dieser Frage

Punkte:

10

18

23

26

28

 

X

XX

XXX

XXX

XXXX


Ende Lösungshinweise

5.5 Aufgabe 3

(15 Minuten / 17 Punkte)



Obige Abbildung zeigt ein Fragment eines ER-Modells. Überführen Sie es in ein Relationales Modell. Geben Sie zum relationalen Modell die textliche Notation, die grafische und zu jeder Relation das FA-Diagramm an.

Die durch Punkte angedeuteten weiteren Attribute können Sie ignorieren.

Lösungshinweise:

AUFTRAGSKÖPFE (#AuftrNr, KundNr, ...)

AUFTRAGSPOSITIONEN (#(AuftrNr, PosNr), ArtikelNr, Menge, ...)

Verteilung der Antworten dieser Frage

Punkte:

0

1

4

5

10

12

14

17

 

XX

 

 

X

X

X

XX

XXXXXX


Ende Lösungshinweise

5.6 Aufgabe 4

(20 Minuten / 22 Punkte)

Im folgenden sehen Sie drei Relationen unseres Übungsbeispiels „Schützenverein“:

Mitglieder(#MitglNr, Name, VName, Ort, PLZ, Straße)

Pflichten (#Bez, V_Pflicht)

Pflichtuebernahme (#(BezPflicht, MitglNr, Beginn), Ende).

Das Attribut V_Pflicht bedeutet „Voraussetzung für die Übernahme der Pflicht“.

Die Relationen mit Beispielsdaten :

SQL> select * from mitglieder;

   MITGLNR NAME       VORNAME    ORT        PLZ   STRASSE    GEBDATUM

---------- ---------- ---------- ---------- ----- ---------- --------

      1001 Maier      Jean       Weingarten 882xx Esch 27    09.09.80

      1010 Hauser     Otto       Ravensburg 883xx Bachweg 1  08.09.82

      2010 Frause     Petra      Ravensburg

SQL> select * from pflichtuebernahme;

BEZPFLICHT    MITGLNR BEGINN   ENDE

---------- ---------- -------- --------

waffwart         1001 01.01.07

kassierer        2010 01.01.06

kassierer        1010 01.01.05 31.12.05

SQL> select * from pflichten;

BEZ        V_PFLICHT

---------- -------------------------

waffwart   Älter30, 10J Mitgl

kassierer  Älter30, 20J Mitgl

Die Ausgabe durch den DESC-Befehl:

SQL> desc pflichten

 Name                                      Null?    Typ

 ----------------------------------------- -------- --------------

 BEZ                                       NOT NULL CHAR(10)

 V_PFLICHT                                          VARCHAR2(25)

SQL> desc pflichtuebernahme

 Name                                      Null?    Typ

 ----------------------------------------- -------- --------------

 BEZPFLICHT                                NOT NULL CHAR(10)

 MITGLNR                                   NOT NULL NUMBER(5)

 BEGINN                                    NOT NULL DATE

 ENDE                                               DATE

SQL> desc mitglieder

 Name                                      Null?    Typ

 ----------------------------------------- -------- --------------

 MITGLNR                                   NOT NULL NUMBER(5)

 NAME                                      NOT NULL VARCHAR2(10)

 VORNAME                                            VARCHAR2(10)

 ORT                                                VARCHAR2(10)

 PLZ                                                CHAR(5)

 STRASSE                                            VARCHAR2(10)

 GEBDATUM                                           DATE

  • Geben Sie die Befehle an, mit dem die drei Relationen erzeugt wurden. Vergessen Sie nicht die Schlüssel und Fremdschlüssel.

Relation MITGLIEDER

Lösungshinweise:

create table mitglieder

         (mitglnr number(5,0),

          name varchar2(10) NOT NULL,

          vorname varchar2(10),

          ort varchar2(10) DEFAULT 'Ravensburg',

          plz char(5),

          strasse varchar2(10),

          gebdatum date,

          primary key(mitglnr));

Ende Lösungshinweise

Relation PFLICHTEN

Lösungshinweise:

create table pflichten

        (bez char(10),

         v_pflicht varchar2(25),

         primary key(bez));

Ende Lösungshinweise

Relation PFLICHTÜBERNAHME

Lösungshinweise:

create table pflichtuebernahme

         (bezpflicht char(10),

          mitglnr number(5,0),

          beginn date,

          ende date,

          primary key(bezpflicht, mitglnr, beginn),

          foreign key (bezpflicht) references pflichten,

          foreign key (mitglnr)    references mitglieder);

Ende Lösungshinweise

b) Geben Sie die Befehle an, um die Beispielsdaten in die Relation MITGLIEDER einzugeben (NUR DIESE):

Lösungshinweise:

insert into mitglieder

    values (1001, 'Maier', 'Jean', 'Weingarten', '882xx', 'Esch 27', '09-sep-1980');

insert into mitglieder (mitglnr, name, vorname, plz, strasse, gebdatum)

    values (1010, 'Hauser', 'Otto', '883xx', 'Bachweg 1', '08-sep-1982');

insert into mitglieder (mitglnr, name, vorname)

    values (2010, 'Frause', 'Petra');

Ende Lösungshinweise

c) Das Mitglied Jean Maier ist umgezogen und wohnt jetzt in 99111 Ulm / „AM Bach 10“ (siehe Daten unten). Geben sie an, wie diese Änderung der Daten eingetragen werden kann.

   MITGLNR NAME       VORNAME    ORT        PLZ   STRASSE    GEBDATUM

---------- ---------- ---------- ---------- ----- ---------- --------

      1001 Maier      Jean       Ulm        99111 Am Bach 10 09.09.80

      1010 Hauser     Otto       Ravensburg 883xx Bachweg 1  08.09.82

      2010 Frause     Petra      Ravensburg

Lösungshinweise:

SQL> update mitglieder set ort='Ulm' where mitglnr=1001;

SQL> update mitglieder set strasse='Am Bach 10' where mitglnr=1001;

SQL> update mitglieder set plz='99111' where mitglnr=1001;

Ende Lösungshinweise

d) Folgende Tabelle enthält Informationen aus den Relationen MITGLIEDER, PFLICHTEN, PFLICHTUEBERNAHME, die für diese Tabellenerzeugung relational verknüpft wurden. Geben Sie bitte den SQL-Befehl an, mit dem dies geschah und mit dem diese Tabelle ausgegeben wurde.

       MNr Mitglied   Pflicht    Von      Bis      Voraussetzungen

---------- ---------- ---------- -------- -------- ------------------------

      1001 Maier      waffwart   01.01.07          Älter30, 10J Mitgl

      2010 Frause     kassierer  01.01.06          Älter30, 20J Mitgl

      1010 Hauser     kassierer  01.01.05 31.12.05 Älter30, 20J Mitgl

Lösungshinweise:

select a.mitglnr as "MNr", a.name as "Mitglied",

       b.bezpflicht as "Pflicht", b.beginn as "Von", b.ende as "Bis",

       c.v_pflicht as "Voraussetzungen"

          from mitglieder a, pflichtuebernahme b, pflichten c

          where a.mitglnr=b.mitglnr and b.bezpflicht=c.bez;

Ende Lösungshinweise

Verteilung der Antworten dieser Frage

Punkte:

0

1

9

10

16

19

20

21

22

 

X

 

X

X

X

X

XXXX

XXX

X


 

5.7 Ergebnisse Gesamtklausur

Erreichte Punkte und Noten - Verteilung

 

Punkte

Noten

 

sehr gut

100 - 99

1,0

 

 

98 – 97

1,1

X

 

96 – 95

1,2

XX

 

94 – 93

1,3

X

 

92

1,4

X

 

91 – 90

1,5

X

gut

89

1,6

 

 

88 – 87

1,7

X

 

86

1,8

 

 

85 – 84

1,9

 

 

83

2,0

 

 

82 – 81

2,1

X

 

80

2,2

 

 

79 – 78

2,3

 

 

77

2,4

X

 

76 – 75

2,5

 

befriedigend

74

2,6

 

 

73 - 72

2,7

X

 

71

2,8

 

 

70 – 69

2,9

 

 

68

3,0

X

 

67 – 66

3,1

 

 

65

3,2

 

 

64 – 63

3,3

 

 

62

3,4

 

 

61 – 60

3,5

X

ausreichend

59 – 58

3,6

 

 

57 – 56

3,7

X

 

55 – 54

3,8

 

 

53 – 52

3,9

 

 

51 – 50

4,0

 

nicht ausreichend

49 – 48

4,1

 

 

47 – 46

4,2

 

 

45 – 44

4,3

 

 

43 – 42

4,4

 

 

41 – 40

4,5

 

 

39 – 38

4,6

 

 

37 – 36

4,7

 

 

35 – 34

4,8

 

 

33 – 32

4,9

X

 

31 – 30

5,0

 

 

29

5,0

 

 

28

5,0

 

 

27

5,0

 

 

....

5,0

 

 

0

5,0

 

5.8 Einschätzung des Prüfers


Die Klausur ist sehr gut ausgefallen, die Lehrziele wurde bei den meisten Studierenden erreicht. Allerdings muß an dieser Stelle angemerkt werden, dass ca. die Hälfte der ursprünglichen Teilnehmer der Lehrveranstaltung „abgesprungen“ sind, teilweise mit dem klaren Hinweis, dass sie sich den zu erwartenden Klausuranforderungen (noch) nicht gewachsen fühlen.